Pfingsten 2011 ist ein knallrotes Datum für alle Jazzkalender – denn in diesem Jahr feiert das Festival „Jazz am Schloß“
silbernes Jubiläum: Ein stolzes Viertel Jahrhundert lang präsentieren wir den Jazz in all seinen Facetten – und wollen ihn
darum zum 25. gebührend feiern. Darum haben wir denn auch für dieses Jahr Pfingsten einen Tag Verlängerung
anberaumt und geben an vier Tagen in Rheine Vollgas.
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Am Freitag haben wir dann zur Eröffnung unter dem Motto „Vocal Heroes“ die schon ersten Kracher auf dem Podium: Die Formation Kento su Nova empfängt als Gastvokalisten das Stimmwunder Peter Fessler. Mit seinem Hit „New York, Rio, Tokyo“ wurde er berühmt, doch spätestens seit seinen legendären Duetten mit Al Jarreau auf dem Montreux Jazzfestival weiß man auch in der Jazzszene, dass Peter Fessler Deutschlands Jazzsänger Nr. 1 ist.
Den Abend beschließen wird dann einer der international bekanntesten und erfolgreichtsten Sänger und Saxophonisten:
Curtis Stigers bringt seine Band mit, und da dürften die Herzen der Jazzfans ebenso höher schlagen wie die Herzen
aller anderen Musikliebhaber – schließlich kennt man Stigers in beinahe allen Generationen und den unterschiedlichsten
Musikszenen dank seines Welthits „I wonder why“. Da betritt einer der charismatischsten Protagonisten der
Jazzmusik die Bühne, ein Mann, dem man „jeden einzelnen Ton und jede einzelne Silbe abnimmt“!
Das Festival wird am Samstag des Pfingstwochenendes fortgesetzt mit einem alten Bekannten des Rheinenser Publikums: Bodo Primus liest Küchengedichte und Geschichten von Günter Frorath – und das zu Jazz vom Swinger Club, der sich ausschließlich dem kulinarischen Thema widmet! Ein akustischer und gustatorischer Gaumenschmaus...
Am Sonntag werden wir zu Beginn ein Programm bieten, das sich besonders den Rheiner Familien widmet. Der Nachmittag wird bestritten von lokalen Jazzformationen in Kooperation mit ortsansässigen Musikschulen, um ihnen ein Forum zu bieten. Bei „Jazz for kids“ wird den Jüngsten eine Einführung in das Thema geboten und natürlich haben wir neben familienfreundlichen Eintrittspreisen auch genug Möglichkeiten für Kinder, sich auf dem Festivalgelände zu beschäftigen und auszutoben.
Der Sonntagabend ist dann wieder geprägt von großen Namen des Jazz aus dem In- und dem Ausland – am „Tatort Jazz“
geben sie sich die Klinke in die Hand.
Es beginnt der vermutlich in diesem Jahrzehnt weltweit meistgefragte Bassist, der mit seiner eigenen Band aufläuft:
Christian McBride gibt Rheine die Ehre. Selbst den Nicht-Jazzern dürfte er an der Seite von Sting bekannt sein, aber für
die Freunde der improvisierten Musik – eine kleine Auswahl seiner Mitmusiker gefällig? Wie wär´s mit Freddie Hubbard,
Sonny Rollins, J.J. Johnson, Ray Brown, Milt Jackson, McCoy Tyner, Roy Haynes, Chick Corea, Herbie Hancock, Sting,
Chaka Khan, the Godfather of Soul James Brown oder Pat Metheny, und und und… und in diesem Jahr mit Band bei uns in Rheine!
Und als wäre das nicht schon genug, ist es uns gelungen, eine Jazzlegende und einen der wichtigsten Komponisten des Jazz ans Kloster zu locken: Klaus Doldinger (u.a. Titelmusik „das Boot“ und „Tatort“) wird den Jazzfans ordentlich einheizen und zeigen, dass man mit Jazz jung bleiben kann – er kommt mit seiner gefeierten und fulminanten großen Besetzung von Passport! Stars dieses Kalibers so hautnah – das gibt es nur in Rheine!
Am Montagmorgen beenden wir unser diesjähriges Pfingstjubiläumsfestival wie immer bei strahlendem Sonnenschein – dort treffen sich die Musikfans dann zur abschließenden Feier „Happy anniversary, Bentlage...“. Als warm-up kommt diesesmal in Zusammenarbeit mit dem Jazzfestival Rheine das Jazzensemble der Musikhochschule Münster unter der Leitung von Christian Kappe.
Und das Festival beschließen wird die „grande dame“ des deutschen Vocal-Jazz: Silvia Droste. Begleitet vom Martin Sasse
Trio wird sie den Rheinensern den Pfingstmontag vergolden. Viele kennen Silvia Droste als Moderatorin des ZDF Jazz Clubs
und als große Sängerin, die auf zahlreichen Festivals immer wieder beweist, dass man den Jazz im Herzen tragen muss –
das hat auch schon Dizzie Gillespie in Droste erkannt, als es ihm nach einem gemeinsamen Auftritt (und das ist diesem Mann
selten passiert) die Sprache verschlagen hat: „Oh my god... Silvia... Wow... You sure got the Blues!“
Damit ist es uns wieder gelungen, international hochkarätige Besetzungen an einen der nördlichsten Zipfel von NRW zu locken und gleichzeitig allen Musikfans, ob groß oder klein, ob jung oder alt, ein großartiges Programm zu bieten. All dies ist nur möglich, weil die Musiker die Atmosphäre in Rheine schätzen und natürlich, weil viele helfende Hände ehrenamtlich einen Fulltime-Job in der Vorbereitung leisten. Und so bleibt mir der tiefe Dank diesem tollen Jazzteam des Fördervereins. Und jetzt: Viel Spaß and „keep on swingin“!!!